Home Studium Wie Ihr trotz BAföG noch einen Nebenjob ausüben könnt. Oder: Wie verdiene ich eigene Brötchen im Studium?

Wie Ihr trotz BAföG noch einen Nebenjob ausüben könnt. Oder: Wie verdiene ich eigene Brötchen im Studium?

by Philipp
BAföG und Nebenjob

Dass das BAföG nicht mehr die realen finanziellen Bedürfnisse vieler Studierender abbildet, ist nicht nur seit Langem bekannt, sondern auch eine tolerierte Tatsache. Stichwort: Mieten in Großstädten. Um den Lebensunterhalt abzusichern, sind immer mehr Studierende auf einen Nebenjob angewiesen. Deshalb haben wir die wichtigsten Fakten darüber, wie BAföG und Nebenjob harmonieren können, für Euch zusammengefasst.

Steigende finanzielle Belastungen – auch für Studierende

Innerhalb der politischen Debatte wird zwar auf das Sozialgeld und dessen stetige Anpassung an die Inflation gesprochen. Die finanzielle Misere, der viele Studierende jeden Monat ausgeliefert sind, wird jedoch nicht explizit thematisiert. Sicherlich ist das BAföG eine echte Hilfe, um ein Studium zu bewältigen. Aber es ist keine finanzielle Absicherung, um sorgenfrei und somit effektiv zu studieren. Nicht nur die Mieten im sozialen Wohnungsbau explodieren, sondern die Lebenshaltungskosten in allen Bereichen steigen stetig an.

Das führt immer häufiger dazu, dass das BAföG, dass ohnehin nur unter Voraussetzungen bewilligt wird, nicht zum Leben ausreicht. Deshalb sind Nebenjobs für viele Studierende nicht nur eine lukrative Möglichkeit, um sich etwas dazu zu verdienen, sondern häufig die einzige Möglichkeit, um das Studium zu finanzieren. Das dieser Umstand dazu führt, dass nicht nur die Studienleistungen leiden, sondern auch die Gesundheit beeinträchtigt, findet gesamtgesellschaftlich keine Beachtung.

Welcher Nebenjob ist am Besten mit dem Studium zu vereinbaren?

Das Positive ist, dass es in den großen Studentenstädten eine breite Masse an potenziellen Einsatzgebieten für Studierende gibt. Allerdings sollte nicht nur der Stundenlohn und somit der potenzielle Verdienst der maßgebliche Faktor für die Wahl eines Nebenjobs sein. Auch die Optionen, die sich daraus auch für das Studium ergeben, sind ein wichtiger Faktor. Dabei solltest Du immer im Hinterkopf behalten, dass der Nebenjob dafür dienen soll, dass Du Deinen Hauptjob, das Studium, erledigen kannst. Das ist sicherlich nicht immer einfach, wenn ein Nebenjob notwendig ist, aber hilfreich.

Werkstudentenjob

Neben den klassischen Studierendenjobs, wie beispielsweise Nachhilfe geben und Kellnern, kann auch eine Werkstudentenstelle eine gute Alternative sein. Der Vorteil ist, dass Du dort praktische Erfahrungen sammeln kannst, die später Deinen Lebenslauf aufpeppen und Dir durch Praxisbeispiele das Studium erleichtern. Wichtig ist, dass sich der Studentenjob nicht zum Problem für die Weiterverlängerung Deines BAföG-Antrages entwickelt. Denn auch hier wurden klare Grenzen gezogen. Werkstudent kannst Du nur sein, wenn Du Vollzeitstudierender bist, das heißt nicht mehr als zwanzig Wochenstunden arbeitest, und kein Urlaubssemester beantragt hast. Beachten solltest du auch das Gehalt, denn ab einer Einkommensgrenze von 6300 Euro per anno mindert sich der Auszahlbetrag des BAföGs.

Praktika

Eine weitere Möglichkeit sind bezahlte Praktika, die neben finanzieller Absicherung auch im Studium Vorteile bringen. Allerdings ist der Arbeitgeber erst ab einer Beschäftigungsdauer von durchgehend 3 Monaten verpflichtet, ein Gehalt zu zahlen. Aufgrund dessen stellt sich die Frage, inwieweit eine solche Stelle praktikabel ist und ob sie die finanzielle Situation langfristig entspannt. Darüber hinaus gelten auch hier die Einkommensgrenzen hinsichtlich des Bafögs.

Klassischer Nebenjob

Klassische Studentenjobs sind eine Möglichkeit, wenn es keine Stellen gibt, die Euch im Studium weiterbringen. Denn wichtig ist vor allem, dass der Zeitrahmen zu den Anforderungen des Studiums passt. Hier ist die Bandbreite weiter gefächert, aber eben auch häufig der Stundenlohn ein anderer. Bei einem klassischen Minijob gilt die Grenze von 450 Euro. Hierbei ändert sich an der Bewilligungssumme des BAföGs nichts und es ist also der reine Zugewinn zu betrachten. Wenn du Gleitzeit oder ein Midijob absolvierst, gilt auch hier wieder die Bemessungsgrenze. 

Selbstständigkeit

Auch die Selbstständigkeit kann eine Möglichkeit sein, sich das Studium zu finanzieren und gleichzeitig schon früh eine berufliche Perspektive zu schaffen. Aber Du solltest bedenken, dass damit nicht nur ein erhöhter bürokratischer Aufwand verbunden ist, sondern auch nur bedingte finanzielle Sicherheit. Zudem ist der finanzielle Spielraum, der dir bei bestehendem Bafögbezug gewährt wird, sehr eng bemessen. Dadurch ist es häufig keine lukrative Möglichkeit, BAföG mit einer Selbstständigkeit zu kombinieren. Denn besonders der Zeitaufwand sollte nicht unterschätzt werden. 

Ist ein Nebenjob eine gute Lösung unter Berücksichtigung der Bewilligungssumme des Bafögs?

Ein Nebenjob ist immer eine Möglichkeit, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Allerdings ist es häufig ein notwendiges Übel, anstelle einer freiwilligen Entscheidung. Damit Dir dennoch das BAföG in der entsprechenden Höhe bewilligt wird, musst Du Zuverdienstgrenzen einhalten. Überschreitest du diese, verringert sich der Betrag der staatlichen Förderung. Zwar dürfen Studierende steuerfrei bis zu 9168 Euro verdienen (Stand 2019), aber nicht, wenn BAföG bezogen wird. Dann liegt die Grenze momentan bei 5400 Euro jährlich. Diese verringert sich allerdings noch auf 4410 Euro, wenn Ihr selbstständig arbeitet. 

Deshalb ist es häufig gar nicht so einfach, die finanzielle Belastung, die ein Studium trotz BAföG mit sich bringt, zu schultern. Ihr solltet also überlegen, ob der Nebenjob wirklich hilfreich ist. Denn die Zeit, die du für den Nebenjob aufwenden musst, fehlt für das Studium. Das kann vor allem dann problematisch werden, wenn du im vierten oder fünften Semestern dein Leistungsnachweis erbringen musst.

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