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Digitalisierung & Nachhaltigkeit: Chancen und Risiken

by Bianca
Digitalisierung & Nachhaltigkeit: Chancen und Risiken

Lesedauer: 4 Minuten

Die Digitalisierung verändert unser tägliches und berufliches Leben. Neben den zumeist betrachteten Themen, wie Vereinfachung des täglichen Lebens oder Industrie 4.0, ist sie zusätzlich eine große Chance für eine nachhaltige Entwicklung. Denn diese kann sich durch die Digitalisierung merklich verbessern und könnte in Zukunft so zu einer Entlastung der Umwelt und Schonung der Ressourcen führen.

Der Einfluss der Digitalisierung ist komplex und die Chancen und Risiken zu überblicken, kann eine echte Herausforderung darstellen. Die öffentliche Diskussion dreht sich dabei um diese Chancen und Risiken, die auf die Gesellschaft zukommen. Das komplette Ausmaß der Veränderungen und welche Auswirkungen die Gesellschaft konkret zu erwarten hat, zeigt sich erst im Laufe der Digitalisierung. Trotzdem sind Ängste fehl am Platz. Wichtiger ist die Nutzung der sich ergebenen Chancen und das richtige Reagieren auf Risiken und negative Entwicklungen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die Datensicherheit sind zwei Punkte, die in Verbindung mit der Digitalisierung stehen. Doch auch das Thema Nachhaltigkeit nimmt eine wichtige Rolle ein, denn der Energieverbrauch steigt und Ressourcen sind nicht unbegrenzt verfügbar. Dennoch blenden die meisten Menschen das Thema Nachhaltigkeit aus, wenn sie über die Digitalisierung sprechen. Dabei gibt es viele wichtige Punkte, die wir für eine nachhaltige Digitalisierung betrachten sollten.

Digitalisierung und der Stromverbrauch

Die Digitalisierung sorgt dafür, dass der Stromverbrauch von privaten Haushalten und auch von Unternehmen steigt. Viele Aufgaben erledigen wir online oder zumindest mit elektronischen Geräten. Haushaltsgeräte sind verknüpft, der Austausch der Daten nimmt zu. All das erhöht den Stromverbrauch. Dabei hat Strom jedoch den Vorteil, dass seine Erzeugung ökologisch und nachhaltig möglich ist. Solarstrom und Windstrom gelten als grüner Strom. Erneuerbare Energien bieten uns also die Möglichkeit der ressourcenschonenden Stromerzeugung. Bei der Frage nach der Nachhaltigkeit von Strom ist daher entscheidend, welcher Weg zur Erzeugung gewählt wurde.

Beim Thema Stromverbrauch ist die Digitalisierung ein Stromfresser, doch gleichzeitig auch eine Chance diesen einzusparen. Die Vernetzung von Geräten durch die Nutzung digitaler Technologien kann den Stromverbrauch mindern. Die Digitalisierung ermöglicht dabei eine intelligente Nutzung der Energie. Die Verschwendung von Strom wird so minimiert und die Nutzung von ökologisch erzeugtem Strom wird gegenüber nicht nachhaltig gewonnenem Strom bevorzugt. Besitzt Du beispielsweise eine Solarzelle und ein Elektroauto, dann könnte ein intelligentes System dafür sorgen, dass Deine Autobatterie genau dann aufgeladen wird, wenn die Sonne scheint. Gleichzeitig sorgt ein vernetztes System dafür, dass Du Dich darauf verlassen kannst, nicht liegen zu bleiben. Auch Unternehmen können den Stromverbrauch durch die Digitalisierung senken. Intelligente Strukturen, schneller Austausch von Informationen und die Vermeidung von doppelten Abläufen, senken den Strombedarf und steigern die Ressourceneffizienz.

Gezielter Einsatz der Ressourcen

Die Digitalisierung hat nicht nur einen Einfluss auf den Stromverbrauch. So ist beispielsweise die Bearbeitung von Dokumenten mittlerweile ohne Papier möglich. Du musst immer weniger Dokumente drucken, wodurch Du den Ressourcenverbrauch senkst und die Umwelt schonst. Auf der anderen Seite steigt jedoch die Anzahl der Computer, Tablets und Laptops stetig und deren Herstellung ist bislang nicht nachhaltig. Zwar arbeiten Hersteller an einer nachhaltigen Entwicklung und es gibt ein Nachhaltigkeitssiegel für Notebooks, aber vom komplett ökologischen Notebook sind wir derzeit noch weit entfernt.

Die Digitalisierung spielt eine große Rolle beim Einsatz von Ressourcen. Optimal ist ein Kreislauf mit wiederverwertenden Ressourcen. Bislang wird allerdings viel zu wenig recycelt. Nicht einmal ein Fünftel des eingesetzten Materials der industriellen Produktion ist recycelt. Hier besteht in Zukunft Handlungsbedarf. Doch genau hier liegt auch die große Chance des digitalen Wandels: Die Verarbeitung von Informationen erfolgt schneller und einfacher. Um einen Wiederverwertungskreislauf zu ermöglichen, benötigen Unternehmen diese Informationen. Eine Datenbank könnte diese zentral zur Verfügung stellen. Die Entsorgungskosten würden sinken und die Recyclingquote steigen. Davon profitieren sowohl Umwelt als auch Wirtschaft. In Anbetracht der Tatsache, dass die weltweite Müllproduktion stetig steigt, ist dieser Schritt notwendig. Und damit die Digitalisierung. Auch innerhalb von Unternehmen kann dieses System funktionieren. Die Digitalisierung ermöglicht eine bessere Auslastung von Maschinen und reduziert so die Verschwendung von Ressourcen.

Der Abbau von Ressourcen belastet die Umwelt zurzeit stark. Ein geringerer Abbau ist daher für die Pflanzen- und Tierwelt von größter Bedeutung. Das gilt besonders für Materialien wie Lithium, Kobalt oder Zinn.

Der Rebound Effect

Der Rebound Effekt besagt, dass das Gegenteil von dem erreicht wird, was erreicht werden sollte. Ein Beispiel ist das Smartphone. Es ersetzt zum Teil andere Geräte und vereint die Funktionen eines Handys und eines kleinen Laptops. Durch die Nutzung könnte der Verbraucher Ressourcen sparen, denn er braucht kein Handy mehr und den Laptop seltener. Viele Nutzer tauschen das eigene Smartphone jedoch oft gegen ein neues Modell und nutzen das Smartphone viel. Die Folge ist, dass der Bedarf an Energie und Ressourcen steigt, obwohl das Smartphone das Potential hätte, den Bedarf zu senken. Unternehmen entwickeln im Rahmen der Digitalisierung viele neue Geräte. Smartphones oder Notebooks sind bereits nach wenigen Monaten nicht mehr das neueste Modell. In diesem Zusammenhang ist nicht nur das Recycling von Bedeutung. Auch die Nutzung muss umweltfreundlich erfolgen.

Das Thema Digitalisierung sorgt also nicht zwangsläufig für mehr Nachhaltigkeit. Vielmehr bietet sich Potenzial für eine nachhaltige Digitalisierung. Dieses Potential müssen wir nutzen. Hier sind die Verbraucher ebenso wie die Unternehmen in der Verantwortung, die Möglichkeiten zu nutzen und Verschwendungen zu minimieren. Für Unternehmen bedeutet dies möglichst ressourceneffizient zu produzieren. Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie Altgeräte an einer entsprechenden Sammelstelle abgeben, statt sie in den Hausmüll zu werfen. Oder dass sie digitale Möglichkeiten, wie das Smart Home, nutzen um Energie zu sparen.

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