eSports und Universitäten – ein Team mit Zukunft?

Die Digitalisierung beeinflusst alle Aspekte des Lebens und so auch den Bereich „der körperlichen Aktivitäten, die man zum Vergnügen, zur Kräftigung des Körpers oder als Wettbewerb betreibt“ – kurz: den Sport. Folgerichtig hat das digitale Pendant, genannt eSports, in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen und zuletzt auch den Hochschulsport an deutschen Universitäten erobert.

Wenn du selbst Lust hast, Dich an deiner Hochschule im Bereich eSport zu engagieren, erhältst Du am Ende des Artikels weitere Informationen.

Generation eSports

Das ist wenig verwunderlich, strömen doch jetzt endgültig die Jahrgänge Studierender an die Universitäten, die mit dem Daddeln an PC, Konsole oder Handheld groß geworden sind. Die internationale eSports-Szene hat besonders in Asien bereits Kultstatus erreicht. Dort geht es auch um besonders hohe Preisgelder bei den Turnieren. In Deutschland besteht erheblicher Nachholbedarf für die Branche und eSports im Allgemeinen. Gerade bei ambitionierten Gamern hat sich nun an deutschen Unis eine Nische zwischen Vorlesung und Bib aufgetan. In der UEG University Esports Germany, einer Liga für Uni-Teams, treten talentierte Studi-Gamer an. Begonnen hat alles mit dem Onlinespiel League of Legends. Der Ligabetrieb hilft, die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber dem eSport abzubauen. „eSports Hochschulteams“ aus Bielefeld und Karlsruhe haben sich in den letzten Jahren in der erweiterten Spitze der UEG University Esports Germany etabliert. Ganz im Gegensatz zu anderen Profisportmannschaften, wie beispielsweise Fußballvereinen, ist es hier gelungen, eine nachhaltige und erfolgreiche Nische in einer Trendsportart zu besetzen. Gerade im Fall von Karlsruhe profitiert auch das eSports Hochschulteam massiv von der Infrastruktur einer der renommiertesten technischen Universitäten des Landes.

Nicht nur für Nerds – die eSports Community

Während das professionelle Zocken den Mainstream erst erobert und beispielsweise Fußballvereien mit auf den Zug aufspringen und eigene Teams ins Leben rufen, wird das System seit Jahren von einer leidenschaftlichen und begeisterten Fan-Basis getragen. In den USA, Europa und Asien finden regelmäßig Wettbewerbe und Turniere statt, die sowohl im TV als auch per Livestream ins Netz übertragen werden. Zwar ist der eSport noch nicht als offizielle Sportart anerkannt, im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde dies nun aber in Aussicht gestellt und Experten sehen großes Potential samt Perspektive der Teilnahme an Großereignissen wie Olympia. Ein weiterer Schritt ist mittels Gründung der UEG-Liga gemacht, auch wenn hier ein eher kleines Publikum seine Aufmerksamkeit auf die Wettbewerbe richtet. In Deutschland herrscht neben der aktuellen Aufbruchstimmung auch ein angenehmes Klima, welches noch nicht von den großen kommerziellen Verträgen mit TV-Sendern vergiftet wurde. ESport-Hochschulteams sind auch noch nicht so professionell aufgestellt. Es gibt noch keine Stipendien oder klassische Rivalitäten zwischen Traditionsuniversitäten, wie es sie auf anderen Gebieten gibt. Zwar hat sich ein Ligabetrieb mit 14 Mannschaften und zwei Ligen über drei Saisons hinweg gehalten. Dennoch mahnt der DOSB und ADH, dass gerade die fehlenden Strukturen dem eSports noch zur Anerkennung als Sportart fehlen. Die UEG kann auch deshalb als Pionierarbeit gesehen werden, denn so werden erste Strukturen geschaffen, auf die sich aufbauen lässt. An der Uni Bayreuth wurde ein Projekt von einem Dozenten initiiert, der ein Team aus über 100 Freiwilligen motiviert hat, sich beim eSport UBT zu engagieren. Seit 2014 nimmt die Mannschaft am Ligabetrieb der UEG teil. Dennoch ist der Fokus der Öffentlichkeit und auch der Universitäten noch nicht ganz bei den eSport-Hochschulteams angekommen.

eSports und Hochschulen – Synergieeffekte nutzen und über den Tellerrand blicken

Die Chancen, welche sich durch eSports bieten, sollten von den Universitäten aber nicht verkannt werden. Über eine Wachstumsbranche wie die Computerspielindustrie können strategische Partnerschaften gewonnen werden. Über die Entwicklungen im internationalen Vergleich lässt sich momentan schon ansatzweise ermessen, wie sehr die Bedeutung des eSports noch zunehmen wird. Für einheimische wie ausländische Studierende könnten zukünftig auch eSport-Hochschulteams ein Grund sein, sich für einen Studienort zu entscheiden. Die aktuelle Generation von Studenten wuchs ohnehin schon mit YouTube, Twitch und digitaler Vernetzung auf, daher wäre es logisch, mittels eSports weitere Anknüpfungspunkte zu bieten. Auch die Vernetzung von Forschung und Lehre würde von eigenen eSport Hochschulteams wesentlich profitieren. Der Bedarf an eSport-relevantem Know-How ist in den letzten Jahren eklatant gewachsen, weil auch die Branche wirtschaftlich weiter boomt. Hier bietet die UEG University Esports Germany eine Plattform, auf deren Basis sich die Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft treffen und austauschen können. Und die zockenden Studierenden können nebenbei ganz selbstverständlich weiter ihrer Leidenschaft nachgehen.

Selber aktiv werden:

Die UEG ist im übrigens immer auf der Suche nach Pionieren, die den eSport an den deutschen Universitäten und Hochschulen popularisieren. Werde Ansprechpartner für eSport an deiner Universität und stelle selber ein Team auf, das Teil des deutschen Hochschul-eSports wird.

Gesucht werden außerdem Redakteure, die sich für alle Themen rund um den eSport interessieren. Neben regelmäßigen Spielberichten zählen auch Interviews mit Spielern, Teams und Organisationen im Hintergrund auf der Content-Liste. Vielleicht ja der richtige Studentenjob für Dich?

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