Jobs mit Zukunft. Wer ist sicher vor den Robotern?

Die Angst vor der digitalisierten Zukunft der Arbeit ist oft mit der Vorstellung verbunden, dass viele Jobs durch Automatisierung und Roboter verloren gehen werden und damit die persönliche Existenz vieler Menschen gefährdet ist. Denn obwohl die Errungenschaften der Robotik viele Aspekte des Lebens deutlich erleichtern und neue Perspektiven in Medizin, Technik und alltäglichem Leben schaffen, sorgen sie auch dafür, dass für viele Jobs zukünftig in der Tat keine menschliche Arbeitskraft mehr benötigt wird. Doch betrifft dies alle Branchen? Oder gibt es noch sichere Jobs?


Aus wirtschaftlicher Perspektive sind Roboter in vielen Bereichen dem Menschen vorzuziehen. Sie sind nicht von (biologischen) Krankheiten betroffen, fordern keinen Lohn, streiken nicht und sind auch nicht auf ein angemessenes Betriebsklima angewiesen. In vielen und besonders repititiven Aufgaben sind sie schlichtweg effizienter und weniger fehleranfällig. Dadurch entstehen dem Unternehmen auf Dauer deutlich weniger Kosten und auch auf die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt kann sich so schneller eingestellt werden. Dieser Aspekt wird perspektivisch dafür sorgen, dass immer mehr Arbeiten von Robotern übernommen werden.

Roboter schaffen mehr neue Jobs, als sie vernichten

Eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung kommt jedoch zu einem überraschenden Schluss. Ihr zufolge bleibt die Jobbilanz der Digitalisierung nämlich trotz allem positiv. Im betrachteten Zeitraum von 2011 bis 2016 seien demnach fünf Prozent aller Stellen durch Digitalisierung und Maschinen verloren gegangen, aber eben auch so viele neue Stellen geschaffen worden, dass insgesamt ein Plus von einem Prozent steht. Dabei ist jedoch zu beachten, dass verschiedene Branchen unterschiedlich betroffen waren und sein werden:

Da die Fortschritte in der Technik offenkundig sind, sich gleichzeitig die Lösungen für die betroffenen Menschen aber nicht abzeichnen, ist die Angst vor den anstehenden und unvermeidlich erscheinenden Veränderungen trotzdem verständlich.

Diese Jobs werden auch in Zukunft nicht von Robotern ausgeübt

Die Jobs, die neu entstehen, stellen nämlich zumeist deutlich höhere Ansprüche an die Arbeitskräfte. Facharbeiter werden von Maschinen ersetzt, die aber wiederum von Ingenieuren programmiert und überwacht werden müssen. Die Digitalisierung verändert also die Struktur des Arbeitsmarktes. Daneben gibt es jedoch auch Chancen für verschiedene Berufsfelder niemals durch Roboter ersetzt zu werden, weil ihre Anforderungen schlichtweg der menschlichen Kreativität und Empathie bedürfen.

  1. Koch /Patisserie

Bislang ist noch kein Verfahren bekannt, dass es in Zukunft ermöglichen wird, Robotern einen Geschmacks- und Geruchssinn zu verleihen. Daher wird die Zubereitung von Lebensmitteln und Speisen auch in Zukunft von Menschen vorgenommen werden. Es ist jedoch möglich, dass sich die Arbeitsschritte innerhalb der Gastronomie verändern und die Köche viele Arbeiten an Roboter delegieren können. Dies habe viele Vorteile. Denn viele Köche klagen über die Belastungen, die ihr Beruf mit sich bringt. Dazu gehören auch der lange Arbeitsalltag und die ungünstige Körperhaltung bei der Vor- und Zubereitung von Gerichten. Wenn diese Aspekte von Robotern erleichtert würden, würde auch das Berufsbild des Koches wieder an Attraktivität gewinnen und mehr Raum für Kreativität geschaffen werden. 

  1. KindergärtnerInnen

Jeder, der bereits in diesen Bereichen gearbeitet hat, weiß, dass die positive Entwicklung von Kindern stark durch körperlichen Kontakt, Wärme und Zuneigung beeinflusst wird. Diese sind wichtig, um eine gesunde körperliche und seelische Entwicklung zu gewährleisten. Zudem sind insbesondere Kleinkinder in ihrem Verhalten schwer berechenbar und erfordern oft ein schnelles und abgewogenes Handeln. Zudem lernen Kinder durch nachahmen und kopieren wesentliche soziale Kompetenzen, die Roboter nicht besitzen. Dazu gehört insbesondere Kreativität ebenso wie Empathie. Wenn diese Aufgabe von Robotern ausgeführt würde, dann würden zukünftigen Generationen Fähigkeiten fehlen, die für das Zusammenleben entscheiden sind.

  1. Journalismus

Zwar sind künstliche Intelligenzen bereits heute in der Lage, Texte zu verfassen und Daten zu verschriftlichen, allerdings nur auf einer sehr rudimentären Ebene. Dazu ist der Journalismus nicht nur durch die Fakten, sondern auch durch das schriftstellerische Talent des Schreibers und ebenso von seiner individuellen Sicht auf die Welt geprägt. Dadurch werden Roboter zwar in der Lage sein, nüchterne Texte zu verfassen, die auf reinen Fakten basieren. Aber das, was Journalismus ausmacht, die emotionale sowie mitreißende Komponente bleibt ihnen weitestgehend verschlossen. Auch Romane werden wohl niemals von Robotern selbstständig verfasst werden, da ihnen die Kreativität fehlt.

  1. Kreative Berufsbilder

Ein entscheidender Aspekt ist, dass Roboter nach logischen Abfolgen programmiert werden und dementsprechend immer klare Handlungsweisen verfolgen. Diese Struktur bedingt, dass kein Raum für Kreativität entsteht. Dadurch wird eben auch bedingt, dass kreative Berufe, wie Maler, Schriftsteller oder Künstler, nicht von Robotern ersetzt werden können – es fehlt ihnen die Menschlichkeit. Denn das, was dafür sorgt, dass Kunst begeistert, ist die ungeahnte Kreativität, die einen neuen Blickwinkel auf die Welt zulässt. Diese Fähigkeit, einen neuen Blickwinkel einzunehmen, ist Robotern nicht geben.

  1. Ärzte

Wenn medizinische Magazine angesehen werden, dann wird klar, wie komplex der Prozess von den Symptomen eines Menschen bis hin zur eigentlichen Diagnose und Behandlung verlaufen kann. Dafür ist nicht nur ein umfangreiches Fachwissen notwendig, sondern auch die Fähigkeit den Patienten beurteilen zu können und seine Angaben richtig einzuordnen. Somit spielen die Erfahrung, aber auch Empathie eine entscheidende Rolle. Alle diese Fähigkeiten können einem Roboter nicht einprogrammiert werden.  Jedoch ist es wünschenswert, dass Roboter eingesetzt werden können, um die Arbeit von Ärzten zu erleichtern. Denn wenn ein Mediziner die Option hat, sich nur noch mit dem Patienten auseinanderzusetzen und die Suche in den Unterlagen oder auch die Dokumentation von Robotern übernommen werden würde, dann könnte es eine deutliche Verbesserung im Gesundheitssystem geben.

Die Übernahme der Maschinen verläuft schleichend

In jedem Fall werden die von der Digitalisierung betroffenen Arbeitsplätzen nicht von heute auf morgen verloren gehen. Stattdessen kommt es zu einem langsamen kontinuierlichen Übergang – wenn überhaupt alle Arbeitsplätze, die theoretisch durch Maschinen, Roboter oder Algorithmen bedroht sind, auch tatsächlich durch sie ersetzt werden.

Denn einerseits wird es noch viele Jahre dauern, bis Roboter technologisch wirklich in der Lage sein werden, alle Aufgaben zu übernehmen, die ihnen zugetraut werden. Zum anderen sind die Kosten noch zu hoch, um in großer Zahl flächenmäßig eingesetzt zu werden.

Wer wissen will, welche seiner Tätigkeiten schon heute von Robotern übernommen werden könnten, kann dies im Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung herausfinden.

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