Tricks und Kniffe der Kommasetzung

Die richtige Kommasetzung gehört wohl zum schwierigsten, aber auch wichtigsten Feld der deutschen Sprache. Durch Kommas werden Texte strukturiert, Sinneinheiten abgegrenzt und auch das Verständnis für den Leser wird vereinfacht. Fehlen Kommas oder werden sie falsch gesetzt, dann wird der Lesefluss unterbrochen und möglicherweise sogar der Sinngehalt des Textes verändert. Doch das Meer an Regeln, die Unterscheidung zwischen optionalen und obligatorischen Kommas und die verschiedenen Ausnahmen machen es selbst erfahrenen Textern und studierten Germanisten immer wieder aufs Neue schwer, die Kommas richtig zu setzen.

Der folgende Text soll Euch mit ein paar Grundlagen der Kommasetzung vertraut machen und Euch vor allem die Hinweiswörter aufzeigen, bei denen Ihr sofort an das Setzen der Kommas erinnert werden sollt. Optionale Kommas werden vorerst außer Acht gelassen – Ihr müsst sie nicht setzen, also könnt Ihr Euch das Nachdenken darüber sparen. Im Prinzip gibt es drei Arten von Kommasetzungen: Das Teilen von Reihungen und das Abgrenzen von Zusätzen sowie Nebensätzen.

Kommas bei Reihungen
Aufzählungen werden durch Kommas kenntlich gemacht:

• Im Onlineshop werden Bekleidung, Wohnaccessoires und Kochutensilien verkauft.

Es steht kein Komma bei Reihungen, die durch folgende Konjunktionen verbunden werden: und, sowie, weder… noch, sowohl, sowohl…als (auch), oder, entweder… oder, beziehungsweise, von…über…bis hin zu…

• Im Sortiment findest du alles: Vom hochwertigen Schlafsack über die wasser- und windabweisende Outdoorjacke sowie die Funktionshose bis hin zu den perfekten Wanderschuhen.
• Du kannst sowohl mit Kreditkarte als auch per Überweisung deine Rechnung begleichen.

Bei adversativen (entgegensetzenden) Konjunktionen müssen hingegen Kommas gesetzt werden: sondern, aber, jedoch

• Nicht nur bei schlechtem Wetter könnt Ihr auf Mylittlejob.de von zu Hause aus tolle Jobs erledigen, sondern auch bei gutem Wetter!

Schwierigkeiten ergeben sich oft bei der Kommasetzung zwischen zwei Adjektiven, hier entscheidet der Sinngehalt, ob ein Komma gesetzt werden muss:

• Wir wollen andere, SEO-optimierte Texte für unseren Onlineshop.
• Wir wollen andere SEO-optimierte Texte für unseren Onlineshop.

Der Onlineshop im ersten Beispiel hatte vorher noch keine SEO-optimierten Texte, während der Onlineshop im zweiten Text zwar schon SEO-optimierte Texte vorweisen kann, diese aber erneuern möchte. Hier bezieht sich das andere durch das fehlende Komma auf den kompletten Ausdruck SEO-optimierte Texte und nicht nur auf Texte wie im ersten Beispiel.

Kommas bei Zusätzen
Einschübe oder auch Zusätze werden durch Kommas abgegrenzt. Dabei muss, genau wie beim Nebensatz, am Anfang und am Ende des Einschubs ein Komma gesetzt werden. Diese Zusätze können innerhalb eines Satzes oder am Ende stehen – am Satzanfang sind diese Konstruktionen nicht möglich.

• Die guten Werbeslogans überzeugen alle durch intelligente Sprache, Wortspiele.
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Kommas bei Nebensätzen
Am häufigsten werden Kommas verwendet, um Nebensätze vom übergeordneten Satz abzutrennen. Das Setzen der Kommas bei klassischen Nebensätzen stellt für die meisten kaum Probleme dar, schließlich hat das Eintrichtern der verschiedenen Nebensatzarten innerhalb des Deutschunterrichts damals doch gefruchtet. Wer jedoch Schwierigkeiten hat, Nebensätze zu erkennen, sollte sich als Faustregel merken, dass das Verb des Satzes die entscheidende Rolle spielt. Wechselt im Verlauf eines Satzes das Prädikat (also das gebeugte Verb), dann muss ein Komma gesetzt werden!

• Sobald der Text eingereicht wurde, gibt der Auftraggeber eine Bewertung ab.
• Dass du extra heute hierhergekommen bist, macht mir eine große Freude!
• All die Texte, die von jedem von Euch geschrieben werden, schulen Eure Schreibkompetenzen.

Wichtig ist, dass immer zu Beginn und am Ende des Nebensatzes ein Komma stehen muss. So kann es auch passieren, dass vor einem ‚und‘ ein Komma gesetzt werden muss:

• Die Jacke, die durch wind- und wasserabweisende Eigenschaften überzeugt, und die Funktionshose werden deine perfekten Begleiter für den Outdoor-Trip.

Der Schwierigste Fall innerhalb der Nebensätze ist die Infinitivgruppe. Funktional entsprechen diese Gruppen den Nebensätzen und müssen aus diesem Grund durch Kommas abgegrenzt werden. Das betrifft vor allem adverbiale Infinitivgruppen, die mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als eingeleitet werden.

• Das Beherrschen der Kommasetzung ist wichtig, um gute Arbeit abzuliefern.
• Statt dich ständig aufzuregen, könntest du einfach mal etwas ändern.

Attributive Infinitivgruppen beschreiben ein Substantiv näher. Wenn also ein Infinitiv mit weiteren Wörtern ein bestimmtes Wort des Satzes näher erläutert, müssen Kommas gesetzt werden. Nicht immer muss das zwingend ein Substantiv sein, auch Platzhalter wie es, damit, daran, darüber etc. können durch Infinitivgruppen verdeutlicht werden:

• Das Ziel, Europas größte Studentenplattform zu werden, erreichen wir nur mit Euch!
• Die Autoren haben nicht damit gerechnet, so schnell ihr Geld für das Verfassen der Texte zu bekommen.

Es gibt ein paar Satzkonstruktionen, die zwar einen Infinitiv beherbergen, der aber nicht durch Kommas abgegrenzt wird. Hier ist der Infinitiv Teil des Prädikats. Die Gruppe der Verben, die ein solches komplexes Prädikat bilden können, ist jedoch relativ klein: sein, haben, brauchen, scheinen, drohen (übertragene Bedeutung), versprechen (übertragene Bedeutung) und wissen sind die wichtigsten.

• Das aufkommende schlechte Wetter war deutlich zu spüren.
• Die Qualität der Texte scheint sich zu verbessern.
• Die Hose der neuen Kollektion weiß zu überzeugen.
• Das neue Jahr verspricht ein großer Lauf zu werden.

Sonderfall als/wie
Was vielen die Kommasetzung unnötig erschwert, ist die Tatsache, dass manche Konjunktionen je nach Verwendung eine Kommasetzung ausschließen, möglich machen oder sogar erzwingen. Ein Sonderfall ist zum Beispiel die Konjunktion als/wie. Steht die Konjunktion mit einem Verb, dann grenzt sie einen Nebensatz ab und somit muss das Komma gesetzt werden. Steht sie ohne Verb, handelt es sich um keinen Nebensatz und es muss kein Komma gesetzt werden:

• Der Student machte so viele Jobs, als hätte er sein Studium bereits durch das freiberufliche Arbeiten ersetzt.
• Der Kunde will die Hervorhebungen lieber in Rot als in Blau.

Ähnlich verhält es sich mit den oben erwähnten Konjunktionen der Teilung der Reihungen, wenn diese mit einem Verb in Verbindung gebracht werden. An dieser Stelle ist das Komma aber nur optional, sollte aber gesetzt werden, um das Leseerlebnis so einfach und flüssig wie möglich zu gestalten:

• Du hast gestern weder das Licht im Keller ausgemacht, noch daran gedacht, frisches Wasser für den Hund hinzustellen!

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Weitere Tipps und Hilfe bei der Kommasetzung

Viele der Jobs auf unserer Plattform befassen sich mit der Erstellung von Texten: Kategorisierungen, Ratgeber, Produktbeschreibungen, Übersetzungen. Neben einem informativen Inhalt und einer fehlerfreien Rechtschreibung spielt bei so einer Art von Aufgabe natürlich auch die korrekte Kommasetzung eine wichtige Rolle. Laut Duden ist das Komma ein Gliederungszeichen, das bestimmte Wörter, Teilsätze oder Wortgruppen innerhalb eines Ganzsatzes vom Rest des Satzes abtrennt. Durch Kommata wird ein Text also sinnvoll strukturiert, wodurch sich wiederum ein besserer Lesefluss ergibt. Da es in diesem Bereich viele Regeln und einige Ausnahmen gibt, ist es manchmal gar nicht so einfach, dieses Satzzeichen an der richtigen Stelle zu platzieren. Damit Ihr es in Zukunft ein bisschen leichter habt, Euch durch den Dschungel der deutschen Grammatik zu schlagen, wollen wir Euch im Folgenden einige der häufigsten Fehlerquellen aufzeigen und Euch Tipps an die Hand geben, um diese bravurös zu umgehen.

Signalwörter – ein Blick genügt

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt viele Signalwörter, die ein Komma entweder ersetzen oder fordern. Kennt Ihr diese, müsst Ihr Euch in vielen Situationen nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, ob Ihr dieses oft ungeliebte Satzzeichen setzen müsst oder nicht.

1. Kommaverbote

Zu den häufigsten Wörtern oder Wortkonstruktionen, die ein Komma ersetzen, gehören: sowie, sowohl…als auch, weder/nicht…noch, entweder…oder, respektive/beziehungsweise, (ebenso) wie

 

  • Felix war schon in Asien, Afrika sowie in den USA.
  • Für mein neues Rezept brauche ich sowohl Mehl als auch Eier.
  • Ich habe gestern weder/nicht gearbeitet noch die Küche aufgeräumt.
  • Wir treffen uns entweder morgen oder am Donnerstag.
  • Meine Freunde reisen nächsten Monat nach Italien respektive/beziehungsweise nach Frankreich.
  • Viele Schüler ebenso wie Studenten haben einen Nebenjob.

 

2. Kommagebote

Häufige Signalwörter, die ein Komma fordern, sind: (je)doch, sondern, ob, einerseits…, andererseits, weil/da, damit, obwohl, sodass, um, ohne, (an)statt

 

  • Das Haus ist groß, (je)doch düster.
  • Sonja will keine Schokolade, sondern ein Eis.
  • Ich wollte nur wissen, ob unser Termin noch steht.
  • Einerseits klingt das logisch, andererseits ist der Ansatz zu kompliziert.
  • Wir mussten die Grillparty verschieben, da/weil es geregnet hat.
  • Gib mir bitte die Unterlagen, damit ich anfangen kann.
  • Wir haben uns getraut, obwohl wir Angst hatten.
  • Die Sonne schien, sodass David eine Sonnenbrille brauchte.
  • Wir gehen in die Stadt, um uns mit Anna zu treffen.
  • Du bist einfach gegangen, ohne dich zu verabschieden.
  • (An)statt sich frei zu nehmen, kam er zur Arbeit.

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Comments

  • Simon 17. Juni 2017 at 11:07

    Im Beispiel zu Infinitivgruppen, sollte es „Statt“ und nicht „Satt heißen.

    Reply
    • Philipp 20. Juni 2017 at 12:19

      Danke für den Hinweis! 🙂

      Reply